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Neubau von 2 Mehrfamilienwohnhäuser für die Gemeinde Nüdlingen

 

Es entehen im Niedrigstenergiestandard 2 moderne, vom Freistast Bayern geförderte Mehrfamilienwohnhäuser in massiver Ziegelbauweise mit modernster Haustechnik und guter Ausstattung für junge Familien, ÄLteren Personen und Pflegebedürtigen Menschen.

 

Baubeginn Frühjahr 2019 

 

Fachartikel Effizienzhäuser sind „IN“   

Effiziente Wohnbauten werden immer bedeutender. Es gilt, den enormen Energieverbrauch unserer Haushalte drastisch zu reduzieren. Aber was ist nun die Lösung, um dem Problem des ressourcenraubenden Verbrauches entgegenzuwirken? Der Staat hat hierbei verschiedene Programme aufgelegt und Richtlinien erarbeitet. Im Nachfolgenden möchten wir Ihnen helfen, im Dschungel von KFW, EnEV, Passivhaus, Niedrigenergiehaus, Niedrigstenergiehaus, etc. den Überblick zu bewahren.

Was ist energetisch mindestens einzuhalten?
Als Erstes gibt es die sog. Energieeinsparverordnung (EnEV) in der jeweils gültigen Fassung. Ab 2014 wird es eine neue EnEV mit energetischen Verschärfungen geben. Ab 2020 werden sog. Niedrigstenergiehäuser europaweit Pflicht. Die EnEV regelt den Mindestwärmeschutz eines Gebäudes und ist in jedem Fall nachzuweisen und einzuhalten. Darüber hinaus gibt es aber auch das sog. Erneuerbare Energiewärmegesetz (EEWG) welches festlegt, dass Wohnhäuser mindestens zu 15 % regenerativ zu beheizen sind (z.B. solare Warmwassererzeugung). Beide Verordnungen sind einzuhalten. Alternativ kann der Jahres- Heizwärmebedarf sowie der Transmissionswärmeverlust 15 % besser als das Referenzgebäude sein, um das EEWG nicht einhalten zu müssen. Die EnEV ist unterster Standard und bei genauerer Betrachtung nur bedingt empfehlenswert.

Welche Förderungen gibt es?
Unter www.kfw.de (Kreditanstalt für Wiederaufbau) finden sich diverse Förderprogramme für noch effizientere  Gebäuden als nach EnEV. Dies kann im Einzelfall durchaus sinnvoll sein. So gibt es das KfW Effizienzhaus 70, 55 und 40. Als Alternative gibt es noch das Effizienzhaus 55 und 40 als sog. Passivhaus 55 oder 40. Hier wird mit dem sog. Passivhausprojektierungsprogramm (PHPP) der Nachweis erbracht. Das PHPP ist ein viel genaueres Nachweisverfahren als in der EnEV vorgegeben. Es berücksichtigt alle Parameter wie Fenster, Rollläden, Haustechnik viel exakter. Ziel ist es hierbei, einen sogenannten Verbrauchsausweis zu bekommen. Je niedriger der Wert, desto weniger Energie wird benötigt.

Eine energetische Fachplanung und Baubegleitung ist bei 55 und besser jeweils erforderlich (Sachverständigenplanung)

Berechnungsgrundlagen für den Sachverständigen
Der Jahres-Primärenergiebedarf (QP) und der auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche
des Gebäudes bezogene Transmissionswärmeverlust (H’T) des Neubauobjekt sind auf der Grundlage der geplanten Maßnahmen nach EnEV in der aktuellen Fassung zu berechnen. 

KfW-Effizienzhaus             40             55             70

QP in % QP REF              40 %          55 %         70 %
H’T in % H’T REF             55 %          70 %          85 %

KfW-Effizienzhaus 40 (Passivhaus)
Der Jahres-Primärenergiebedarf (QP) darf nicht mehr als 30 kWh pro m² Gebäudenutzfläche
(AN) und der Jahres-Heizwärmebedarf (QH) nach dem Passivhaus
Projektierungspaket (PHPP) nicht mehr als 15 kWh pro m²  Wohnfläche betragen.

KfW-Effizienzhaus 55 (Passivhaus)
Der Jahres-Primärenergiebedarf (QP) darf nicht mehr als 40 kWh pro m² Gebäudenutzfläche
(AN) und der Jahres-Heizwärmebedarf (QH) nach dem Passivhaus
Projektierungspaket PHPP nicht mehr als 15 kWh pro m²  Wohnfläche betragen.

Passivhaus (nach Dr. Feist bzw. Passivhausinstitut oder Forderung von Behörden)
Beim zertifizierten „echten“ Passivhaus müssen weitere strenge Regel eingehalten werden.  Auf www.ig-passivhaus.de finden sich sehr viele solcher Referenzobjekte, die nach den Passivhauskriterien gebaut sind.

Energiekennwert Heizwärme max. 15 kWh/(m²a) oder Heizwärmelast max. 10 W/m²
Drucktestluftwechsel n50 max. 0,6 h−1
Energiekennwert der gesamten Primärenergie max. 120 kWh/(m²a) inkl. Haushaltsstrom
Wärmebrückenfreie Konstruktion
Passivhausfenster
Konstante Innentemperatur
Die wesentliche und besondere Eigenschaft eines Passivhauses/ Niedrigstenergiehaus ist die konstante Innentemperatur. Das gilt sowohl über das Jahr gesehen als auch über einen Tag sowie für einzelne Räume. Die Innentemperatur ändert sich nur sehr langsam – bei ausgeschalteter Heizung sinkt sie im Passivhaus um weniger als 0,5 Grad am Tag (im Winter, wenn keine Sonne scheint). Alle Wände und Böden haben dieselbe Temperatur, dies gilt ebenfalls für den Keller, wenn er innerhalb der thermischen Hülle liegt. Es gibt keine „kalten“ Außenwände oder Fußböden, Schimmelbildung ist dadurch ausgeschlossen. Die Innenraumtemperaturen können somit auf ca. 20 bis 21 Grad abgesenkt werden, ohne das ein Unwohlsein auftritt. Und als Nebeneffekt werden Heizkosten eingespart.
Ein anschaulicher Vergleich (Darstellung nach mk bauberatung Festlegung)

Heizwärmebedarf in kWh/qma          Kategorie                                    Heizöläquivalent
≤ 15                                                       A++    Passivhaus                        150 – 250 ltr.
≤ 20–30                                                 A+      Niedrigstenergiehaus         250 – 450 ltr.     
≤ 40                                                       A        KFW Effizienzhaus            450 – 650 ltr.   
≤ 55                                                       B        KFW Effizienzhaus            650 – 950 ltr.
≤ 70                                                       C        Energiesparhaus               950 – 1400 ltr.

Merke: Erst in die Gebäudehülle investieren, und dann erst in die Anlagentechnik. Das System ist wie bei einer Thermoskanne: Hier bleibt der Kaffee länger warm, es wird nicht nachgeheizt, es wird passiv geheizt. Bei einer Kaffeemaschine dagegen bleibt der Kaffee nur warm, wenn aktiv zugeheizt wird! Oder gehen Sie im Winter mit T- Shirt und kurzer Hose zum Einkaufen?

 

Fachartikel: Die richtige Baustoffwahl





Unterschiedliche „gesundheitliche“ Bewertung von Baustoffen
durch Gütezeichen.

Am Markt gibt es für nahezu jedes Produkt ein passendes Gütezeichen
(Label). Ein Großteil dieser Zeichen bewertet „ökologische“ Fakten, beginnend
bei der rein ökologischen Bewertung von Rohstoffen, dem Energieaufwand bei
Transport, Produktion und Entsorgung bis hin zu energetischen Vorteilen bei der
Nutzung. Aber selten die Emissionsrisiken für den späteren Gebäudenutzer.

Große Unterschiede gibt es daher bei der Deklaration von
Baustoffen und deren Ausweisung bei den verschiedenen Gütezeichen.
Unterschiedlich sind ebenfalls sehr häufig die „Prüfmethoden“ und
Nachweisgrenzen – oftmals stark angepasst an die Wünsche der Hersteller und
weniger an die so wichtigen Anforderungen der Verbraucher.

Was nicht „ drinnen“ ist, kann natürlich auch nicht nachgewiesen werden. Würden alle Hersteller Ihre Produkte vollkommen offen deklarieren, könnte eine bessere Bewertung der Produkte vorgenommen werden.

Misstrauen ist daher vor allem bei Gütezeichen angebracht, die nicht bereit sind, Ihre Kriterien zu veröffentlichen. Wirklich unabhängige Institutionen stellen dagegen alle Kriterien offen dar.

Leider wehrt sich auch nach wie vor ein sehr großer Teil der Baustoffindustrie, vor allem aber auch die der Naturbaustoffe und Naturfarbenhersteller, gegen solche Kennzeichnungsforderungen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass zahlreichen „Naturbaustoffen“ mit hervorragenden Eigenschaften auch für Allergiker ungeeignet sein können. Viele natürliche
Lösemittel wie Orangenschalenöl oder Zitrusschalenöl können allergische Reaktionen hervorrufen.

Vorsicht ist aber auch bei den vielfach verwendeten Vokabeln „allergikergerecht“ oder „ausschließliche Verwendung von Naturbaustoffen“ geboten. Hier werben heutzutage viele
Haushersteller, Baufirmen und Baustoffhersteller damit. Ein geprüfter Korkboden kann hierbei auch schon mal mit Pilzen und Bakterien belastet sein und somit auch unangenehm riechen. Oder der Naturbaustoff „Lehm“, welcher bei falscher Verarbeitung und falscher Nutzung des Gebäudes schnell zu Schimmelbildung neigen kann. Auch muß bei Naturbaustoffen auf die richtige Verarbeitung geachtet werden. Putze mit chemischen Zusätzen z. B. zeigen ein viel „schöneres“ Streichbild, ein „helleres“ Weiß und eine höhere Widerstandskraft bei
mechanischen Einflüssen. Naturputze hingegen „strahlen“ weniger und sind in der
Regel mechanisch weniger belastbar und neigen mehr zu einer Wolkenbildung. Wenn
allen am Bau Beteiligten das klar ist, kann ein Naturbaustoff eine wunderbare
Wirkung auf das Raumklima erreichen.

Jeder Baustoff ist daher auf sein gesundheitsgefährdendes Potential zu testen und zu überprüfen. Das gilt insbesondere bei sehr empfindlich reagierenden Menschen.
Oberste Maxime muß daher stets die präventive Minimierung sämtlicher Emissionen
sein. Chemische Sensivitäten sind daher besonders zu berücksichtigen.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Baustoffauswahl ist daher eine intensive
Vorbereitung und Beratung aller Bauakteure.

Der Expertenbeitrag

 

Thema: BIO ist nicht gleich gesund

 

Werben mit Wohngesundheit – ein unterschätztes Risiko

 

Das Thema Wohn- oder Baugesundheit ist in aller Munde. Viele Firmen, Verbände, Regierungen, Fachleute aller Art sprechen und schreiben gerne über dieses neue Thema. Alles ist wohngesund, ökologisch, nachhaltig und unbedenklich. Mit der Dämmung aus Polystyrol wird ja Energie eingespart, und das ist dann automatisch ökologisch. Ist der Mauerstein aus Ziegel ist das gleichzusetzen mit wohngesund, wird überwiegend mit Holz gebaut ist das auch gleich ökologisch und gesund. Kaum jemand hinterfragt dabei den Rest bzw. wie diese Materialien in Kombination wirken.

Und dabei ist in der täglichen Praxis vor allem die Thematik des ökologischen Bauens mit der Verwendung biologischer oder ökologischer Baustoffe verbunden.

Nicht wenige Anbieter in diesem Bereich der natürlichen bzw. naturnahe produzierten Baustoffe schließen von den vorhandenen positiven Eigenschaften auf deren positiven gesundheitlichen Eigenschaften. Damit greifen Sie die weitverbreitete Meinung bei den Verbrauchern über die positiven Eigenschaften auf und vermarkten entsprechend die Produkte.

 

Eine fatale Fehlinterpretation bzw. Einschätzung.

 

Hier muß eindringlich gewarnt werden: Es liegen zahlreiche naturwissenschaftlich gesicherte Erkentnisse vor, dass bio- oder ökologische Baustoffe in Bezug auf ihren Schadstoffgehalt und ihr Emissionsverhalten ebensolche, in manchen Fällen sogar größere, Probleme bereiten können wie herkömmlich chemisch hergestellte Baustoffe oder Produkte. Auch sind die Wechselwirkungen von Baustoffen und Bauverfahren in Hinblick auf die Nutzung für bsp. Allergiker oder sensitive Menschen viel zu komplex, als dass man einfach ungeprüft auf die positiven gesundheitlichen Eigenschaften schließen sollte. So geben bsp. einige Holzfaserdämmstoffen unangenehm riechende Aldehyde an die Raumluft ab.

Bei mikroskopischen Untersuchungen konnte in einigen pflanzlichen Stoffe Pilze und Bakterien nachgewiesen werden. Nicht nur lebende, sondern auch abgestorbene beziehunsweise ausgetrocknete Schimmelpilzsporen können Allergien und allergische Reaktionen auslösen.

 

Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung das sich bio = gesund verbietet. Das werben mit Gesundheitsbezogenen Begriffen hat Grenzen. Kennen Sie folgende Werbeaussagen in Prospekten:

Bausteine für eine gesunde Welt“

baubiologisch hervorragendes Produkt“

Gesund durch konsequente Baubiologie“

gesundes Wohnen“

allergikergerechtes Haus“

schadstofffrei“

 

Diese Aussagen werfen wettbewerbsrechtliche Fragen auf und werden von den Gerichten entsprechend streng bewertet. Die Gesundheit als höchstes Gut kann nicht durch Werbefloskeln an Ahnungslose Verbraucher missbraucht werden. Um Baustoffe richtig beurteilen zu können hilft nur ein Blick in das Produktdatenblatt mit den entsprechenden Hinweisen und das vorhandensein einer Volldeklaration. Ähnlich wie bei Lebensmitteln. Die Volldeklaration gibt es aber nur bei wenig Herstellern. Viele Firmen haben Angst Ihre Produktzusammensetzung preis zu geben. Der scheinbare Wettbewerbsvorteil würde hier schrumpfen. Für den Planer, Architekt, Bauträger, Bauherr etc. würde das aber immense Vorteile bringen: Ein Produkt könnte individuell nach bestimmten Parametern ausgetestet werden, Inhaltsstoffe könnten auf Verträglichkeit recherchiert werden um so eine abschließende qualitative Einschätzung auf Gesundheitsverträglichkeit zu bekommen.

 

Auch Labels, Prüfzeichen und Zertifikate helfen hier nur bedingt. Der Wunsch nach voller Aufklärung im Hinblick auf Emmisionsverhalten, Nachhaltigkeit, Treibhauspotential, Grundwassergefährdung in Produktion, Gebrauch und Entsorgung, Inhaltsstoffen, und und und können nicht zufriedenstellend angegeben werden. Absolute Transparenz gibt es nicht.

 

Information oder Marketing?

Die Vielzahl von Labels, Gütezeichen etc. stellt den Verbraucher vor schwierige Aufgaben. Ist das nur Marketing oder steckt das wirklich eine gute Sache dahinter? In erster Linie geht es den Herstellern darum einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen um ihr Produkt am Markt erfolgreicher anbieten zu können. Da werden schon mal Inhaltsstoffe getest die gar nicht im Produkt sind. Wie steht es um die Unabhängig des Zeichengebers und die Tranparenz der Vergaberichtlinien? Gelten diese unbegrenzt oder müssen diese in regelmäßigen Abständen überprüft und nachgewiesen werden? Wie streng sind die Prüfbedingungen? Wer hat die Grenzwerte definiert? Fragen über Fragen die Verbraucher aber interessieren sollten. Blindes vertrauen in solche Prüfzeichen ist hier jedenfalls fehl am Platz, hilfreich dagegen ist eine gewisse Kenntnis der Zusammensetzung und Hintergründe.

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rmk bauberatung

Matthias Kleinhenz

Dipl. Ing. (FH), Architekt

Sachverständiger für Schäden an Gebäuden (TÜV)

 

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